
GGL-Bericht zeigt Wachstum des Schwarzmarkts für Online-Glücksspiel in Deutschland

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat einen über 120 Seiten umfassenden Bericht veröffentlicht, der die Umsätze des nicht lizenzierten Online-Glücksspiels in Deutschland detailliert analysiert und dabei Schätzungen für das Jahr 2024 sowie Kanalisierungsraten für 2025 präsentiert, während Experten und Verbände die Zahlen unterschiedlich bewerten.
Schlüsselfakten aus dem GGL-Report
Der Report der GGL beziffert den Bruttospielertrag des illegalen Online-Glücksspielmarkts für 2024 auf 547 Millionen Euro, was einem Anstieg von 17 Prozent gegenüber 466 Millionen Euro im Vorjahr entspricht, und stützt sich dabei auf umfangreiche Datenanalysen sowie Marktschätzungen, die über mehrere Kapitel hinweg erläutert werden.
Parallel dazu erreicht die Kanalisierungsrate des legalen Marktes laut diesen Berechnungen 77 Prozent im Jahr 2025, was bedeutet, dass ein Großteil der Spielaktivitäten auf regulierten Plattformen stattfindet, während der Bericht zusätzliche Einblicke in regionale Unterschiede und Plattformtypen liefert.
Kritik von Seiten der DOCV
Der Deutsche Online Casino Verband (DOCV) hat die veröffentlichten Zahlen unmittelbar nach Erscheinen des Reports als zu optimistisch und zu konservativ kritisiert, da seiner Ansicht nach die tatsächliche Kanalisierungsrate eher bei etwa 50 Prozent liegt und somit ein deutlich größerer Anteil der Aktivitäten auf unregulierten Plattformen erfolgt.
Vertreter des Verbands argumentieren, dass die Methodik der GGL bestimmte Marktsegmente unterschätzt, was zu einer verzerrten Einschätzung der Schwarzmarktgröße führt, und sie verweisen auf eigene Erhebungen, die höhere Volumina außerhalb der legalen Kanäle aufzeigen.
Details zur Methodik und Datengrundlage
Der GGL-Bericht umfasst über 120 Seiten und integriert verschiedene Datenquellen wie Transaktionsanalysen, Umfragen sowie internationale Vergleiche, um die Entwicklung des Schwarzmarkts nachzuzeichnen, während die Schätzungen für 2024 auf Modellen basieren, die auch steuerliche und regulatorische Faktoren einbeziehen.
Die angegebene Steigerung von 466 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 547 Millionen Euro im Folgejahr wird im Report mit einem Wachstum der Nachfrage und der Verfügbarkeit unregulierter Angebote in Verbindung gebracht, wobei die Kanalisierungsrate von 77 Prozent für 2025 als Indikator für die Wirksamkeit der seit 2021 geltenden Regulierung dient.

Reaktionen und weitere Entwicklungen bis Juni 2026
Branchenbeobachter haben die Veröffentlichung des Reports in den Kontext der laufenden Regulierungsbemühungen gestellt, die bis Juni 2026 weitere Anpassungen an Lizenzvergaben und Überwachungsmechanismen vorsehen, und sie sehen die unterschiedlichen Einschätzungen von GGL und DOCV als Anlass für vertiefte Diskussionen über Marktdaten.
Die GGL verweist auf ihrer offiziellen Seite auf den umfassenden Report, der als Grundlage für zukünftige Entscheidungen dienen soll, während der DOCV zusätzliche Transparenz bei der Datenerhebung fordert, um die Diskrepanzen zwischen den Schätzungen aufzulösen.
Und obwohl der Bericht primär auf 2024 und 2025 fokussiert ist, ziehen einige Analysten bereits Parallelen zu aktuellen Trends im Jahr 2026, wo veränderte Nutzerverhalten und neue technische Entwicklungen die Marktanteile beeinflussen könnten.
Implikationen für den deutschen Markt
Die Differenzen in den Kanalisierungsraten haben direkte Auswirkungen auf die Bewertung der Regulierungseffekte, da eine niedrigere Rate wie die vom DOCV genannten 50 Prozent auf ein größeres Volumen illegaler Aktivitäten hinweist, während die höhere Rate der GGL auf eine stärkere Verschiebung hin zu lizenzierten Anbietern schließen lässt.
Beide Seiten stützen ihre Positionen auf unterschiedliche Datensätze und Interpretationsansätze, was die Komplexität der Markterfassung im Online-Glücksspielbereich unterstreicht und zu weiteren Analysen in den kommenden Monaten führen dürfte.
Conclusion
Der GGL-Bericht liefert damit eine detaillierte, wenn auch umstrittene Grundlage für die Einschätzung des Schwarzmarkts und der Kanalisierungsentwicklung in Deutschland, und die unmittelbare Kritik des DOCV zeigt, dass die Debatte über genaue Marktgrößen und Regulierungserfolge weiterhin aktiv bleibt. Die veröffentlichten Zahlen zu 547 Millionen Euro Umsatz und 77 Prozent Kanalisierungsrate bilden den Ausgangspunkt für diese Diskussionen, die sich bis in das Jahr 2026 erstrecken.